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Wilhelm Meisters Lehrjahre 7

Wilhelm Meisters Lehrjahre 7
Erstes Kapitel
Zweites Kapitel
Drittes Kapitel
Viertes Kapitel
Fünftes Kapitel
Sechstes Kapitel I
Sechstes Kapitel II
Siebentes Kapitel
Achtes Kapitel I
Achtes Kapitel II
Achtes Kapitel III
Neuntes Kapitel


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Siebentes Kapitel 

Als Wilhelm nach dem Schlosse kam, fand er den edlen Lothario auf dem Wege der völligen Besserung; der Arzt und der Abbe waren nicht zugegen, Jarno allein war geblieben.
 
In kurzer Zeit ritt der Genesende schon wieder aus, bald allein, bald mit seinen Freunden. Sein Gespräch war ernsthaft und gefällig, seine Unterhaltung belehrend und erquickend; oft bemerkte man Spuren einer zarten Fühlbarkeit, ob er sie gleich zu verbergen suchte und, wenn sie sich wider seinen Willen zeigte, beinah zu mißbilligen schien. So war er eines Abends still bei Tische, ob er gleich heiter aussah.
 
"Sie haben heute gewiß ein Abenteuer gehabt", sagte endlich Jarno, "und zwar ein angenehmes."
 
"Wie Sie sich auf Ihre Leute verstehen!" versetzte Lothario.
 
"Ja, es ist mir ein sehr angenehmes Abenteuer begegnet. Zu einer andern Zeit hätte ich es vielleicht nicht so reizend gefunden als diesmal, da es mich so empfänglich antraf. Ich ritt gegen Abend jenseit des Wassers durch die Dörfer, einen Weg, den ich oft genug in frühern Jahren besucht hatte.
 
Mein körperliches Leiden muß mich mürber gemacht haben, als ich selbst glaubte: ich fühlte mich weich und bei wieder auflebenden Kräften wie neugeboren. Alle Gegenstände erschienen mir in ebendem Lichte, wie ich sie in frühern Jahren gesehen hatte, alle so lieblich, so anmutig, so reizend, wie sie mir lange nicht erschienen sind.
 
 
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